Login

08.01.2018: Schweizerische Umwelt-Etikette für Farben, Lacke und Putze ist ein Erfolgsmodell

08.01.2018 09:33:56
Die Schweizerische Lack- und Farbenindustrie hat beschlossen, in Zusammenarbeit mit der Schweizer Stiftung Farbe, dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) und weiteren Interessengruppen ihre Produkte nach Umwelt- und Gebrauchsstandards zu klassifizieren. Aus diesem Grund hat die Schweizer Stiftung Farbe 2012 die Umwelt-Etikette für Farben, Lacke und Putze lanciert, welche Beschichtungen nach Umweltstandards der Kategorien A bis G zuordnet. Das Projekt hat in den vergangenen Jahren einiges bewirkt und sich kontinuierlich weiter entwickelt. 2018 wird der Geltungsbereich für Fassadenfarben implementiert.

Die große Mehrheit der im Schweizer Markt präsenten Produzenten und Handelsfirmen haben ihre Produkte bei der Schweizer Stiftung Farbe einer Prüfung unterzogen und sie mit der Umwelt-Etikette der Schweizer Stiftung Farbe versehen. Seither können Kunden die Einstufung der Beschichtungen auf einen Blick erfassen und eine spezifischere Auswahl im Hinblick auf Umwelt- und Benutzerfreundlichkeit treffen. Gestartet wurde im Jahr 2012 mit dem Geltungsbereich für Innenwandfarben. Nachdem die Produktkennzeichnung in diesem Bereich ein voller Erfolg war, wurde die Nachfrage nach zusätzlichen Geltungsbereichen immer größer. 2015 stellte darum das Sekretariat der Schweizer Stiftung Farbe den Geltungsbereich für Lacke, Holz- und Bodenbeschichtungen im Innenbereich vor. Wiederum hatte die Technische Kommission der Stiftung im Vorfeld die Kriterien dazu erarbeitet und mit viel Inputs aus Wirtschaft, Wissenschaft und Behördenvertretern ein Bewertungsraster erarbeitet, das für alle Interessengruppen tragbar ist.

Noch müssen nicht alle Produkte angemeldet werden

Aufgrund der offensichtlichen Relevanz für die Gesellschaft hat sich die Stiftung Farbe zunächst auf die Beschichtungen im Innenbereich fokussiert. Dafür fehlte noch der Bereich der pastösen Putze und Spachtel im Innenbereich, dieser wurde 2016 erarbeitet. Noch ist eine zweijährige Übergangsfrist gültig, in der noch nicht alle Produkte angemeldet werden müssen, weshalb noch keine Aussagen gemacht werden können über die Erfolgsquote in diesem Bereich. Trotzdem geht die Entwicklung neuer Geltungsbereiche weiter. 2018 wird beispielsweise der Geltungsbereich für Fassadenfarben implementiert.

Unterschiedliche Einstufungsraster sinnvoll und notwendig

Die verschiedenen Geltungsbereiche der Umwelt-Etikette sind aufgrund der verschiedenen chemischen Rezepturen der Produkte notwendig. Es wäre nicht möglich diese mit demselben Einstufungsraster sinnvoll und differenziert zu bewerten. Ein Blick auf die verschiedenen Einstufungsmerkmale zeigt zwar gewisse Ähnlichkeiten, es ist jedoch ein langwieriger Prozess bis ein Konsens für Klassifizierungspunkte gefunden worden ist. Die Technische Kommission der Schweizer Stiftung Farbe ist darum mit Experten aus Behörden, Wissenschaft und der Industrie besetzt, die sich mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten in die Diskussion einbringen können. Um die Aussagekraft der Umwelt-Etikette zu untermauern, wurden in Zusammenarbeit mit dem Bafu Ökobilanzen von diversen Produkten erstellt und mit der Einstufung in die Kategorien der Umwelt-Etikette verglichen.

Umwelt-Etikette stößt im Markt auf Akzeptanz

Die Umwelt-Etikette setzt mit ihren Kriterien Anreize für die Produzenten, um Produkte umweltfreundlicher zu gestalten. Davon profitieren sowohl die Hersteller als auch die Kunden und Anwender. Zudem können Konsumenten auf den ersten Blick erkennen, wie ein Produkt gemäss Einstufung der Umwelt-Etikette abschneidet. Derzeit sind mehr als 800 registrierte Produkte in den Produkteverzeichnissen der Umwelt-Etikette.

Zusätzlich kann nachverfolgt werden, dass die Anteile an VOC-haltigen Produkten gesunken ist. Dies ist einem Innovationsschub zu verdanken, den die Umwelt-Etikette ausgelöst hat. Aufgrund der Einstufungskriterien haben viele Produzenten ihre Produkte optimiert, um in eine höhere Kategorie zu fallen.

Folgerichtig überzeugt die Schweizer Umwelt-Etikette auch Promotoren für nachhaltiges Bauen. So werden im Vorgabenkatalog des Reglements Minergie-Eco Farben mit einer Umwelt-Etikette der Kategorien A und B zur Anwendung empfohlen. Alle weiteren Produkte mit der Umwelt-Etikette bis Kategorie D erfüllen die Kriterien von Minergie-Eco.

Produkte nach Einstufung und Kategorie bequem per App recherchieren

Schlussendlich wendet sich die Schweizer Stiftung Farbe aber auch an den Endkunden. In den Produkteverzeichnissen auf der Homepage kann ein Verbraucher relativ einfach ein Produkt nach der Kategorie der Umwelt-Etikette aussuchen oder seine Einstufung recherchieren. Dies geht auch bequem von unterwegs aus mit dem Tablet oder Smartphone mithilfe der App der Umwelt-Etikette. In Zeiten der mobilen Kommunikation ein schnelles und praktisches Hilfsmittel für Maler, Planer, Architekten oder Bauherren.

Weitere Informationen:

Alle Informationen zur Umwelt-Etikette gibt es unter https://stiftungfarbe.org/.

(Quelle: Beitrag von Adolf Beets und Susanne Bader, Schweizer Stiftung Farbe, auf der Webseite www.farbeundlack.de)