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19.12.2017: Pro Carton stellt die geplante Kunststoffstrategie der EU in Frage

19.12.2017 08:32:04
Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an einer Kunststoffstrategie, um das Problem der Plastikabfälle in den Meeren und auf den Straßen zu lösen. Offiziell wurde sie noch nicht veröffentlicht, aber die Medien haben über einen Entwurf berichtet, der bei Papierverpackungs-Verbänden, einschließlich Pro Carton, große Besorgnis ausgelöst hat. Pro Carton hat sich im Dezember dazu in einer Pressemitteilung geäussert.

Der Strategieentwurf enthalte einige äußerst problematische Punkte, heisst es in der Mitteilung:
  • das Risiko, dass die Strategie isoliert und ohne Bezug auf andere Materialien entwickelt wird, denn jede Strategie, die sich auf Kunststoff konzentriert, wird unweigerlich Folgewirkungen haben.
  • dass die Strategie anscheinend die Entwicklung technischer Innovationen finanziell fördern möchte, um Kunststoff zu unterstützen, obwohl dies schwerwiegende Folgen für den Wettbewerb haben würde, indem Kunststoff einseitig bevorzugt wird.
  • und dass die Strategie anscheinend die Gelegenheit auslässt, die Ressourceneffizienz voranzutreiben und vom Einsatz einer nicht erneuerbaren Ressource abzugehen, um eine Kreislaufwirtschaft mit geringen Kohlenstoffemissionen zu verwirklichen.
Gemeinsam mit anderen Papierverpackungs-Verbänden hat Pro Carton einen Brief an den Ersten Vizepräsidenten Frans Timmermans unterzeichnet, der die Besorgnis der Verbände erläutert. Der gesamte Text betone, dass es nachhaltigere Materialien gibt als Kunststoff. Nach Ansicht des Verbands sollte die Europäische Kommission die Industrie dazu anregen, nachhaltigere, erneuerbare Materialien für ihre Verpackungen zu wählen.

In Großbritannien seien Überlegungen laut geworden, wie das Steuersystem und Gebühren für Einmalverpackungen aus Kunststoff den Abfall reduzieren könnten. Dies bezeichnet Pro Carton als eine besonders interessante Entwicklung, weil der Entwurf der EU mögliche Steuern auf Kunststoff auszuschließen scheine.

Pro Carton unterstütze die Entscheidung für wirksame Maßnahmen zum Wandel und bestärke sowohl die Regierung Großbritanniens als auch die gesamte EU-Kommission darin, ihren Einfluss geltend zu machen, damit Markenartikelindustrie, Handel und Konsumenten gemeinsam einem der größten Umweltprobleme unserer Gesellschaft begegnen. Schon heute liege es in der Verantwortung von Markenartikelindustrie und Produzenten, ihren Verpflichtungen gegenüber der Umwelt nachzukommen und und sich für umweltfreundlichere Verpackungsmaterialien zu entscheiden, unabhäging davon, welche Überlegungen sich letztendlich auf der Ebene der Gesetzgeber durchsetzen.

Die europäische Strategie für „Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft“ soll noch im Dezember veröffentlicht werden.

Zur Meldung auf der Webseite von Pro Carton

(Quelle: Pro Carton)