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Barrierewirksamkeit von Innenbeutel

Projekt "Überprüfung und Bewertung der Barrierewirksamkeit von Innenbeutel für Lebensmittelverpackungen in Recyclingkarton"

Ausgangslage:

Das deutsche BLE1/BMELV2 Projekt von 2012 [Ref. 1,2] zeigte, dass Recyclingkarton neben den bekannten Kontaminanten wie Mineralöl, Phthalaten, Diisopropylnaphthalin und Benzophenon, Hunderte von Stoffen enthält, welche zu über 10 μg/kg (10 ppb) ins Lebensmittel übergehen können. Die meisten sind toxikologisch nicht abgesichert, viele nicht einmal identifiziert. Die toxikologische Absicherung der vielen und immer wieder wechselnden Stoffe aus dem Recyclingkarton ist mit vertretbarem Aufwand nicht möglich. Eine funktionelle Barriere genügender Wirksamkeit vermindert den Übergang nicht abgesicherter Stoffe ins Lebensmittel so weit, dass die Gefährdung der menschlichen Gesundheit ausgeschlossen werden kann, ohne die Stoffe identifizieren und toxikologisch untersuchen zu müssen.
Mit der erarbeiteten Guideline soll ein Beitrag dazu geleistet werden, das Vertrauen der Lebensmittelindustrie in die Barrierewirksamkeit von Innenbeuteln bei Verpackungen aus Recyclingkarton zu stärken und dadurch die Sicherheit von Lebensmittelverpackungen für Konsumentinnen und Konsumenten zu gewährleisten.


Nutzen
Durch eine gemeinsame Erarbeitung der Daten konnten Doppelspurigkeiten abgebaut, Kosten eingespart werden und der Fokus auf die Materialien gesetzt werden, welche auch relevant für den Markt sind. Es entstand ein Standard, der für die ganze Wertschöpfungskette akzeptabel ist und ein grösseres Vertrauen in die Barriere-Materialien geschaffen wird und auch im Ausland auf grosse Akzeptanz stösst.

Projektphasen
Das Teilprojekt konnte grob in drei Phasen unterteilt werden; Konzept-, Umsetzungs- und Auswertungsphase.

Konzeptphase:
Folgende Punkte wurden in dieser Phase erarbeitet:
  • Definition einer Prüfmethodik für Innenbeutel für Kartonverpackungen
  • Zusammenstellung möglicher Barriere-Materialien
  • Bestehende Laborergebnisse als Datenbasis für die weiteren Arbeiten
  • Zusammenfassung der Laborergebnisse zu einer Matrix und Identifikation offener Lücken / Setzten von Prioritäten
  • Definition interessanter migrationsfähiger Substanzen (Indikatorsubstanzen)
  • Definition der Lagerdauer für die Laboruntersuchungen
  • Kostenrahmen für weitere Laboruntersuchungen

Umsetzungsphase:
  • Bereitstellung der Proben
  • Lagerung der Proben bis zum Testtag
  • Auswertung der Proben nach Ablauf der Lagerdauer
  • Grafische Aufbereitung der Ergebnisse
  • Laufende Kommunikation der Ergebnisse

Auswertungsphase:
  • Nach Ablauf der gesamten Lagerdauer eine schlussendliche Zusammenfassung aller Ergebnisse
  • Empfehlung eines Barriere-Wirkungsgrades in Abhängigkeit der Haltbarkeit
  • Erstellung der Guideline "SVI Guideline 2015.01_Innenbeutel"


Die Guideline stützt sich auf wissenschaftliche Abhandlungen. Sie definiert die minimal erforderliche Barrierewirksamkeit von Innenbeuteln, um Stoffübergänge aus Recyclingkarton in das Lebensmittel so weit zu reduzieren, dass der Übergang der toxikologisch nicht abgesicherten Stoffe als gesundheitlich unbedenklich gelten kann. Sie setzt einen Benchmark bezüglich eines Bewertungskriteriums, das die Barrierenwirksamkeit spezifiziert,
eines entsprechend zugeordneten Wertes und einer Messmethode.
 

Inhaltsverzeichnis der SVI Guideline 2015_Innenbeutel
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