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Beschichtungen von Recyclingkarton

Projekt „Barriere-Beschichtungen für Recyclingkarton“


Barrieren gegen Migration aus Lebensmittelverpackungen aus Recyclingkarton

Sind Sie auch der Meinung, dass Schlagzeilen der folgenden Art der Vergangenheit angehören sollten?
-    Mineralöl-Spuren in Lebensmitteln – Krebserreger gefunden: foodwatch prangert Gefahr von Essens-Kartons an (27.10.2015, FOCUS online)
-    Nachgetestet: Noch immer Mineralöl aus Verpackungen in Reis, Nudeln & Co. – Umweltfreundliche Verpackung kann Gesundheitsrisiko sein
     (29.10.2015, PACKaktuell)
-    Ölfund im Supermarkt – Über die Verpackung gelangt Mineralöl ins Essen (29.01.2016, 3sat)
-    Mineralöl in Lebensmitteln: Neue Verpackungen – alte Probleme (01.02.16, nano/3sat)
-    Mineralöl in Lebensmitteln, Gesundheitsgefahr durch Recyclingkartons (10.02.2016, WDR markt)
-    Lebensmittelsicherheit Mineralöl-Spuren in Ferrero-"Kinder Riegel" (02.07.2016, SPIEGEL online)
-    Mineralölaufnahme aus Verpackungen und Lebensmitteln: Neue EFSA-Studie soll grössere Belastung zeigen als bisher angenommen
     (02.09.2016, PACKaktuell)


Die Migration von Schadstoffen aus der Verpackung in das Lebensmittel wird also bereits seit längerer Zeit heftig diskutiert. In den meisten Fällen geht es um die Verunreinigung von Lebensmitteln durch Mineralöle. Diese können auf verschiedenen Produktionsstufen in die Lebensmittel gelangen, wobei Altpapier- bzw. Recyclingkarton-Verpackungen eine der Quellen für die Migration in das Lebensmittel sind. Und hier prallen auch noch zwei ganz zentrale Anforderungen aufeinander: Die Schutzfunktion einer Verpackung versus dem ökologischen Grundgedanken (Kreislaufschliessung, Ressourcenschonung) der Verpackungsentwicklung. Es muss uns gelingen, beide Anforderungen auf einen Nenner zu vereinen, ganz nach dem Motto „Das Eine tun und das Andere nicht lassen“. Recyclingkarton soll bzw. muss weiterhin als Verpackungsmaterial für Lebensmittel verwendet werden können. Zusätzlich muss es uns gelingen, dass die tägliche Arbeit und Innovationskraft der betroffenen Branchen nicht durch weitere, wie oben aufgeführte Schlagzeilen angegriffen und behindert werden.

Alle Betroffenen entlang der Wertschöpfungskette eines Lebensmittels bzw. einer Verpackung (Lebensmittel- und Verpackungsindustrie, Detailhandel) sind sich der Aufgabe und der Verantwortung bewusst, dass der Übergang (Migration) von Schadstoffen aus einer Verpackung in das Lebensmittel soweit verringert oder sogar vermieden werden muss, dass die menschliche Gesundheit nicht gefährdet wird. Dazu müssen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette Anstrengungen unternommen werden, damit eine Kontamination des Lebensmittels ausgeschlossen oder zumindest auf ein gesundheitlich unbedenkliches Mass reduziert werden kann. Eine Möglichkeit dazu, die Migration aus Recyclingkarton-Verpackungen zu minimieren oder sogar zu verhindern, bieten funktionelle Barrieren, z.B. als Innenbeutel oder Beschichtung.
Mit der Anfang 2016 veröffentlichten SVI-Guideline 2015.01_Innenbeutel – zur Überprüfung und Bewertung der Barrierenwirksamkeit von Innenbeutel für Lebensmittelverpackungen in Recyclingkarton – konnte bereits eine Lösung für Innenbeutel als Barrieren gefunden und angeboten werden. Nun gilt es, auf der gleichen Basis eine Lösung für Barrieren als Beschichtung auf Verpackungen aus Sekundärrohstoffen (Papier, Karton und Wellpappe) zu erarbeiten. Nur so kann gewährleistet werden, dass diese Verpackungsmaterialien mit ihren spezifischen Funktionen (z.B. Logistik, Schutz, Kommunikation) weiterhin am Markt bestehen können!

Sind Sie auch daran interessiert, dass Verpackungen aus recyceltem Papier, Karton und Wellpappe so sicher gemacht werden müssen, damit die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Lebensmitteln gewährleistet werden kann? Dann rufen wir Sie dazu auf, die sorgfältige und umfassende Planung der Phase 2 zum Projekt „Barriere-Beschichtungen für Recyclingkarton“ mit einem finanziellen Beitrag von CHF 5‘000 zu unterstützen – damit wir so rasch wie möglich mit den praktischen Test starten können.

Als Kompetenz-Zentrum des SVI bringt die JIG breites Fachwissen und wichtige Interessenskreise entlang der Wertschöpfungskette zusammen, sowohl aus der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie, als auch von Seiten der Branchenverbände und Behörden. Die JIG Projekte, d. h. sowohl die Planungsphase als auch die praktische Umsetzung, werden jeweils von allen interessierten und betroffenen Kreisen finanziert und getragen. Aus diesem Grund gelangen wir auch mit diesem Aufruf an Sie. Denn nur gemeinsam wird es uns gelingen, eine für alle sinnvolle Lösung zur Sicherstellung der durch Verpackungen gewährleiteten Lebensmittelsicherheit zu erarbeiten!

Planung der Phase 2 zum Projekt „Barriere-Beschichtungen für Recyclingkarton“
Die 1. Projektphase startete bereits im Sommer 2015 mit der Einreichung und Prüfung von Testmaterialien verschiedener internationaler Unternehmen. Die Resultate der eingereichten Testmaterialien wurden am 25. Mai 2016 den Projektfinanzierern vorgestellt. Die aus der ersten Projektphase gewonnenen Erkenntnisse zeigen, dass die entwickelte Messmethode weiter angepasst und präzisiert werden muss. Es müssen Bedingungen geschaffen werden, die so nah wie möglich an der Realität sind. Die Projektphase 2 zeichnet sich weiterhin durch die folgenden Merkmale aus:
-    Verbesserte, effizientere Barriere-Beschichtungen (Testmaterialien), um "Set-off" zu minimieren
-    Beschleunigung der Migration bei max. 50°C (anstatt 60°C), Versuche bei Bedarf auch bei 40°C
-    Weiterentwicklung Test "Migration durch Set-off", Prüfung bei allen eingereichten Testmaterialien
-    Option 1: Prüfung ausgewählter Verpackungen, die bereits im Markt eingeführt sind
-    Option 2: Migration durch Rillungen, Faltung, Reliefprägung und Schnittkanten
-    Option 3: Entwicklung einer Messmethode, um die Migration mit ausgewählten, bekannten und in Recyclingkarton vorhandenen Verunreinigungen zu
      überprüfen. Allenfalls Prüfung mit den eingesandten Mustern.

Die umstrittenen und viel diskutierten Mineralöle sind nur eine der migrationsfähigen Stoffgruppen. Es können auch weitere chemische Substanzen oder Stoffgruppen mit unterschiedlichen Flüchtigkeiten und Polaritäten von Verpackungen ins Lebensmittel übergehen. Deshalb wird das Untersuchungsspektrum mit verschiedenen Surrogatsubstanzen (Ersatz- bzw. Modellsubstanzen) breiter angelegt, um eine umfassendere Aussage zur Sicherheit von Lebensmittelverpackungen aus Recyclingkarton machen zu können.

Haben Sie Fragen zum Projekt oder zur Teilnahme? Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf: jig@svi-verpackung.ch

Project description in english