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Was ist eine Konformitätserklärung?

Laut Artikel 5 der EG-Verordnung 1935/2004 können für Gruppen von Materialien/Gegenständen Einzelmassnahmen erlassen werden, wie dies z. B. die EU-Verordnung 10/2011 über Materialien und Gegenstände aus Kunststoff der Fall ist. In diesen ausführenden Gesetzgebungen werden die Anforderungen an die Konformitätsarbeit festgelegt. Von Gesetzes wegen sind Branchen, welche Verpackungen herstellen, für welche keine Einzelmassnahmen erlassen worden sind (z.B. Papier, Karton, Metalle, Glas, etc.) nicht verpflichtet, Konformität zu erklären. Eine pauschale Ablehnung von Verantwortung ohne Auflistung spezifizierter delegierten Aufgaben ist nicht möglich. Daher ist der Weg der Konformitätsarbeit auch für diese Branchen der einzig gangbare Weg.

Dokumentation der Konformitätsarbeit
Im Rahmen der Konformitätsarbeit werden zwei Arten von Dokumentationen unterschieden; die In-house Dokumentation und die produktbegleitende Dokumentation.

In-house Dokumentation
Die In-house Dokumentation belegt die geleistete Konformitätsarbeit, wie sie sich aus den gesetzlichen Anforderungen und der guten Herstellungspraxis ergibt und muss nur den Behörden auf Verlangen offen gelegt werden. Sie listet die möglicherweise migrierenden Substanzen eines Produkts auf.

Deklaration
In der produktbegleitenden Dokumentation werden die Substanzen aufgelistet, für welche weitere Abklärungen getroffen werden müssen. Somit gelangen die notwendigen Informationen an die nächste Stufe der Wertschöpfungskette. Die Substanzen, die benannt werden, müssen weiter verfolgt werden; die Substanzen, die nicht benannt werden, gelten als konform. Verpackungshersteller sollen von allen ihren Lieferanten zwingend eine Deklaration im Sinne einer Stoffzusammensetzung einfordern.

Offenlegung oder Geheimhaltung
Wird die Konformität für bestimmte Substanzen garantiert, ist die Geheimhaltung gemäss EU-Recht weitgehend gewährleistet. Die In-house Dokumentation, welche die Konformitätsarbeit begründet, muss nur den Behörden auf Verlangen offen gelegt werden. Die nicht abgeschlossene Konformitätsarbeit; also Substanzen für die keine abschliessende Garantie übernommen werden kann, muss dagegen an den Kunden delegiert werden.

Spezifikation des Lebensmittels
Unter Spezifikation versteht man die Beschreibung des Nahrungsmittels und die damit verbundenen Verarbeitungsprozesse.
Es ist wichtig darauf zu achten, dass der Auftraggeber alle notwendigen Informationen an die Lieferanten weitergibt, damit diese beurteilen können, welche Art von Verpackung, welche Rohstoffe, etc. überhaupt in Frage kommen können, um die Migration von Substanzen möglichst gering zu halten.
Die Konformitätserklärung nimmt wenn möglich auf diese Spezifikationen Bezug bzw. wenn der Nahrungsmittelhersteller diese nicht genügend vorlegen kann, präzisiert die Konformitätserklärung wofür das Produkt geeignet ist (Anwendungsbereiche, Anwendungsbedingungen) und wofür es nicht geeignet ist (Anwendungseinschränkungen). Um es noch einfacher auszudrücken: eine Konformitätserklärung ist immer spezifisch, d. h. bezieht sich auf einen bestimmten Anwendungszweck.
Meistens wird der Hersteller den Verwendungsbereich seines Produkts einschränken. Er übernimmt die Verantwortung nur innerhalb dieser Spezifikationen (die er sinnvollerweise mit dem Kunden abgesprochen hat). Für andere Anwendungen oder Anwendungsbedingungen kann er die Konformität delegieren.